Malmqvist in Marokko

Sa, 20. Oktober 2012
Rubrik: Allgemein

Martina und Linnea Malmqvist

Linnea und Martina Malmqvist sind mit ihrem Trainer Johan Szabo nach zwei ereignisreichen Wochen aus Marokko zurückgekehrt.Nachdem die beiden zwei Wochen zuvor auf Turnieren in der Schweiz die nötigen Punkte für die Weltrangliste gesammelt hatte, durften sie bei zwei ITF-Turnieren in Marokko erstmals direkt im Hauptfeld aufschlagen, ohne den mühevollen Weg über die Qualifikation gehen zu müssen. „Das ist für Linnea, die erst seit diesem Sommer als jüngster Jahrgang an ITF-Turnieren teilnimmt, schon ein super Erfolg“, berichtet Szabo stolz. In Riad schaltete Malqvist in der 1. Runde die einheimische Zineb Rajib El Houari mit 6:3 und 6:3 aus. Doch anschließend musste sie das Bett hüten: „Linnea hatte sie eine fiebrige Erkältung zugezogen, wollte die zweite Runde jedoch unbedingt spielen“, erzählt Szabo. Aber gegen die Französin Margot Yerolymos, der späteren Finalistin, fehlte ihr die Kraft und so verlor sie glatt mit 3:6, 1:6. Auch im Doppel, in dem sie mit ihrer englischen Partnerin Gabriela Patricia Taylor die 2. Runde erreicht hatte, war gegen die späteren Siegerinnen Hana Mortagy (Ägypten) und Lina Qostal (Marokko) Endstation.
Martina hatte es in Einzel mit der an Vier gesetzten Marokkanerin Lina Qostal zu tun. „Eine unangenehme Gegnerin, die sehr defensiv spielt“, analysierte Szabo. Martina fand nicht das richtige Mittel und verlor 4:6, 3:6. Im Doppel schaltete die 15-jährige an der Seite der Russin Adeliya Zabirova zunächst die Einheimischen Lamiaa Aziz/ Ghita Nassik aus, doch in der nächsten Runde waren die Top-gesetzten Alexandria Stiteler (USA)/ Chiara Volejnicek (Schweiz) zu stark, wobei die schwedisch/ russische Kombination sich erst nach hartem Kampf mit 6:3, 3:6, 7:10 geschlagen gab.
Während Linnea auf dem Weg der Gesundung war, erwischte es nun ihren Trainer. Trotzdem reisten alle zum nächsten Turnier nach Raquette D´Or. Nachdem Linnea in der 1. Runde gegen die Marokkanerin Zainab Bendahhou den 1. Satz sicher mit 6:2 gewonnen hatte, frohlockte Szabo schon: „Da Linnea immer noch geschwächt war, wäre es wichtig bei 38 Grad im Schatten in der ersten Runde ein kurzes Match zu spielen!“ Doch Linnea tat ihm den Gefallen nicht; verlor den zweiten Satz, um den 3. Satz mit 6:4 zu gewinnen. Noch am gleichen Tag gewann sie mit der Amerikanerin Alexandria Stiteler im Doppel gegen zwei Französinnen mit 6:1, 6:2. „Das war das beste Doppel, das Linnea jemals gespielt hat“, lobte Szabo. Doch damit war der Akku von Malmqvist endgültig leer. Ihr Einzel am Folgetag gegen die an Position Drei gesetzte Schweizerin Chiara Volejnicek verlor sie – das erste Mal in ihrer noch jungen Karriere – mit 0:6, 0:6. Auch im Doppel verlor sie nach hartem Kampf mit 5:7, 6:7, nachdem sie in beiden Sätzen bereits 5:4 geführt hatte. „Eigentlich hatte ich mir hier mehr vorgenommen. Ich habe nicht immer mein bestes Tennis gezeigt. Aber unter Berücksichtigung meiner gesundheitlichen Probleme war das in Ordnung“, resümierte das junge Talent.
Martina hatte Pech: Wieder musste sie in der 1. Runde gegen die Marokkanerin ran, gegen die sie schon in Riad verloren hatte. Doch dieses Mal hatte Johan sie besser vorbereitet. Nun machte Martina den nötigen Druck und siegte im 1. Satz mit 7:6. „Doch dann waren bei allen Schlägern die Saiten gerissen und sie musste mit einer neuen Saite spielen. Da fehlte lange Zeit ihr Ballgefühl“, schildert Szabo das Missgeschick. So verlor Martina in drei Sätzen.
Auch im Doppel lief es nicht rund. Zusammen mit der Marokkanerin Zainab Bendahhou verlor sie gegen die späteren Finalistinnen Gabriella Patricia (GBR) und Adeliya Zabirova (RUS) glatt mit 1:6, 1:6.
Johan Szabo zog ein positives Fazit der Afrika-Reise: „Linnea hat in ihrem ersten Jahr bei fünf ITF-Turnieren die erste Runde überstanden. Das ist als Neuling eher ungewöhnlich. Sie ist jetzt schon in ihrem Jahrgang in den skandinavischen Ländern sowie in Deutschland die Nummer Zwei. Martina hatte manchmal Pech mit der Auslosung, hat aber auch eine Menge positive Erfahrungen aus Marokko mitgenommen.“

Jörn Boller

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