1. Damen eilt von Sieg zu Sieg, 2. Damen hoffen auf ein Wunder

Mi, 3. Juni 2015
Rubrik: Allgemein

Ein lachendes und ein weinendes Auge bei den Tennis-Damen des TC Rot-Weiss Wahlstedt. Während im Topspiel der beiden ungeschlagenen Teams in der Regionalliga zwischen dem TC RW Wahlstedt I und dem Tennis-Club SCC Berlin die Wahlstedter mit 6:3 die Oberhand behielten und sich nun berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga machen können, ist der Verbleib für die zweite Mannschaft nach der knappen 4:5-Niederlage beim Großflottbeker THGC in weite Ferne gerückt.
Mit ihrem Sieg gegen die bislang ebenfalls ungeschlagenen Berlinerinnen ist das Team Wahlstedt I nun mit 10:0 Punkten alleiniger Tabellenführer. Während Melanie Klaffner gewohnt souverän ihre Aufgabe löste, hatte Carolin Schmidt Anlaufschwierigkeiten. 2:5 lag sie im 1. Satz schon hinten, kämpfte sich jedoch zum 7:5 Satzgewinn durch. Beim Stand von 1:0 gab ihre Gegnerin verletzungsbedingt auf. Jennifer Wacker war der vielfachen Berliner Meisterin Daia Gajos nicht gewachsen. Und auch „Mrs. Zuverlässig“, Lydia Steinbach hatte zu kämpfen, wie Coach Hauke Karstens bestätigte: „Der erste Satz war hart umkämpft. Doch dann hatte Lydi ihrer Gegnerin „aufgearbeitet“ und brachte den zweiten Satz ohne weitere Probleme nach Hause!“ Wahlstedts neue Schwedin Victoria Pahlett, Collage-Studentin aus den USA, hatte noch Umstellungsprobleme. In Amerika wird ausschließlich auf Hardcourt gespielt und so muss sie sich nun erst auf Asche umgewöhnen. Janie Weinreich hatte mit ihrer Spielanlage, schnell den Punkt zu machen, bei dem böigen Wind zunächst ihre Probleme und lag 0:4 zurück. Als sie jedoch geduldiger spielte, stellte sich auch bald der Erfolg ein. Mit Ausnahme des Doppels Wacker/ Pahlett wurden die anderen beiden Paarungen glatt gewonnen.
Das zweite Wahlstedter Team hatte bislang nur ein Punktspiel gewonnen. Da drei Mannschaften aus der Regional- in die Nordliga absteigen, mussten bei drei noch ausstehenden Spielen, eines davon gegen den TC SCC Berlin, zwei gewonnen werden, um sicher in der Liga zu bleiben. Dieses Unterfangen wurde schon beim Großflottbeker THGC so gut wie verspielt. In den Einzeln dominierte Sophia Intert und auch Mannschaftsführerin Katharina Brown erkämpfte einen Sieg. Doch die übrigen Einzel wurden verloren. Kimberley Körner versuchte gegen die US-Collage-Studentin Vivienne Kulicke alles, doch es reichte nicht zum Sieg. Einen unglücklichen Einstand hatte Lisa Grosslelius, die das erste Mal für Wahlstedt den Schläger schwang und gleich gegen die erfahrene Maria Geznenge die Höchststrafe erhielt. Die 23-jährige Schwedin war erst kurz zuvor aus den USA gekommen, wo sie bislang „Finance and Economics“ studierte und sich nach einem halben Jahr Hardcourt erst wieder an Asche gewöhnen muss. Luise Intert kam im 2. Satz gegen die Spanierin Alexandra Recio besser ins Spiel und musste sich erst knapp im Match-Tie-Break geschlagen geben. Auch Merle Vagt steigerte sich im 2. Satz, war aber mental nicht stark genug, das Match noch zu drehen. Da auch das erste Doppel an die Hamburgerinnen ging, war das Punktspiel verloren. Bemerkenswert trotzdem der Kampfgeist des Teams. Denn die beiden übrigen Doppel wurden im Match-Tie-Break gewonnen. Insbesondere die Paarung Luise Intert und Merle Vagt vollbrachte ein kleines Wunder: Mit 1:6, 2:5, 30:40 lagen sie bereits zurück, wehrten zwei Matchbälle ab und drehten dann das Spiel zum 1:6, 7:5, 10:7-Sieg.

TC RW Wahlstedt I – TC SCC Berlin 6:3
Melanie Klaffner – Barbara Sobaszkiewicz 6:2, 6:3; Carolin Schmidt – Maraike Biglmaier 7:5, 6:0; Jennifer Wacker – Daria Gojos 3:6, 2:6; Lydia Steinbach – Janina Braun 7:5, 6:0; Victoria Pahlett – Aleksandra Marjanovic 5:7, 2:6; Janine Weinreich – Alena Sander 6:4, 6:4; Klaffner/ Schmidt – Sobaszkiewicz/ Gajos 6:4, 6:1; Wacker/ Pahlett – Reincke / Marjanovic 3:6, 1:6; Steinbach/ Weinreich – Braun/ Sander 6:1, 6:3

Großflottbeker THGC – TC RW Wahlstedt II 5:4
Vivienne Kulicke – Kimberley Körner 6:1, 6:3; Maria Geznenge – Lisa Grosselius 6:0, 6:0; Alexandra Recio – Luise Intert 6:3, 4:6, 10:4; Katharina Mittag – Sophia Intert – 0:6, 1:6; Pia Spanger – Katharina Brown 2:6, 4:6; Annkatrin Kruhl – Merle Vagt 6:1, 6:4; Kulicke/ Stegkämper – Körner/ Grosselius 6:0, 6:3; Recio/ Mittag – S. Intert/ Brown 5:7, 7:6, 5:10; Spange/ Kruhl – L. Intert/ Vagt 6:1, 5:7, 7:10

Jörn Boller

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