2. Damen verlieren auch beim Berliner SV – aber nicht ihren Humor ;-)

Di, 23. Juni 2015
Rubrik: Allgemein

Zum zweiten Mal in dieser Saison trat das zweite Team vom TC RW Wahlstedt nur mit fünf Spielerinnen an. Obwohl die junge Mannschaft damit vor dem ersten Aufschlag bereits mit 0:2 zurücklag, legte sie ein bewundernswertes Engagement an den Tag. Die Schwedin Victoria Pahlett, die aufgrund von sehr umfangreichem Training bereits mit Blasen an beiden Füssen angereist war, biss auf die Zähne, als bereits beide Blutblasen aufgegangen waren und die Tennissocken rot färbten. Trotzdem konnte sie die Zweisatz-Niederlage nicht verhindern. Aber immerhin gehört ihre Gegnerin Lena Rüffler auch zum erweiterten FED-Cup-Team. Auch Sophia Intert kämpfte gegen Schulterschmerzen, die sie insbesondere beim Aufschlag und bei hohen Bällen behinderten – was ihre Gegnerin natürlich ausnutzte. Doch davon ließ Suppi sich nicht beeindrucken und gewann ebenso im Matchtiebreak wie Mannschaftsführerin Katharina Brown, die zunächst nicht ins Spiel fand: „Eigentlich habe ich alles richtig gemacht, doch zunächst traf ich die entscheidenden Bälle nicht. Ab dem zweiten Satz lief es rund.“ Die übrigen Matches gingen allesamt an den Berliner SV, der sich mit 8:6 Punkten einen Mittelplatz sicherte. Die zu dünne Spielerdecke zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison für das „Perspektiv-Team“, das dieses Mal einfach kein durchgängiges Regionalliga-Niveau aufweisen konnte. Die Intention dieses Teams um Mannschaftsführerin Katharina Brown bleibt jedoch auch in der nächsten Saison erhalten: Talentierten jungen Spielerinnen aus der Region eine optimale Ausbildung zu bieten, um sie langfristig in die 1. Mannschaft zu integrieren. Die Nordliga muss dabei mindestens gehalten werden, um genügend Anreiz zu bieten. Cheftrainer Ralf Wollgast ist sich sicher, dass die „jungen Wilden“ bald wieder in der Regionalliga aufschlagen: „Es wachsen immer wieder neue Spielerinnen nach. Da mach ich mir keine Sorgen.“ Und eines ist bei allem Einsatz und Leistungswillen bei „der Zweiten“ garantiert: Spaß! Ob beim vorabendlichen Essen beim Italiener oder auf der morgendlichen Autofahrt zur Tennisanlage, bei der ganz Berlin durch lautstarke Musik und noch lauteres Mitsingen jäh aus den Träumen gerissen wurde (natürlich bei herabgelassenen Scheiben) oder als die Blasen-geplagte Victoria, die „keinen Schritt mehr gehen konnte“, kurzerhand vom Fits-gestählten Betreuer huckepack vom Platz getragen wurde (und er dafür die neidischen Blicke der Zuschauer genoss 😉 oder auf der Heimfahrt, als sekündlich die Musiksender gezappt wurden, jedoch noch lang genug, um zumindest einige Takte mitzusingen (oder eher mitzuschreien) und das alles natürlich bei vollster Lautstärke und erst Recht ohne jegliche Rücksichtnahme auf den zusammengekauerten Betreuer auf dem Rücksitz, der verzweifelt versuchte, sich auf die Zeitungs-Berichterstattung zu konzentrieren……
Mädels – ihr seid in jeder Hinsicht ein Perspektiv-Team 🙂

Berliner SV 1892 – TC RW Wahlstedt II 7:2
Helen Ploskina – Kimberley Körner 6:0, 6:1; Lena Rüffler – Victoria Pahlett 6:2,6:3; Juliane Triebe – Lisa Grosselius 6:1,6:1; Lidia Usinger – Sophia Intert 1:6, 6:2, 7:10; Mariya Poliak – Katharina Brown 6:1, 4:6,7:10; Rüffler/ Triebe – Körner/ Brown 6:4, 6:3; Usinger/ Poliak – Grosselius/ Intert 6:4, 6:3

Jörn Boller

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