Aufstiiiiiieg


Allgemein / 16. Feb 2020
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Verzögerter Start, Mental-Trainer Hugo, Slipknot – das Herren 30 Punktspiel gegen den TC Prisdorf hatte alles, was die „Jung-Senioren-Szene“ so besonders macht!

Die Vorzeichen waren klar: Unsere Herren 30 konnten sich im letzten Punktspiel der Klasse 3 sogar eine 2:4-Niederlage erlauben und würden trotzdem aufsteigen. Aber von Niederlage sprach natürlich niemand. Die Zeichen waren auf Sieg gestellt. Unterstützung erhielten unsere Herren vom zahlreichen Anhang und „Ergänzungsspielern“. Die mussten zunächst jedoch ein wenig warten, denn die Gegner trafen erst zögerlich ein. Zum Glück war die Kaffeekanne voll und so konnte die Zeit mit Koffein-Zufuhr überbrückt werden.

Neu im Team ist seit der Wintersaison Patrick Funk. Er kam vom TV Uetersen. Auf Turnieren kam der Kontakt über Alexander Isenberg zustande und nun läuft Patrick für die „Rot-Weissen“ auf. Auf einen neutralen Zuschauer, der ihn nicht kennt, macht er auf dem Platz eine spezielle Figur. Aufreizend lässig, fast teilnahmslos erscheindend schlurft er zunächst über den Platz. Man stellt sich die Frage: „Wer hat ihn auf den Platz gezwungen????“ Trotzdem verläuft sein Match hoch emotional. Nick Hildebrandt auf der Bank hat einen anspruchsvollen Job. Patrick gewinnt den 1. Satz gegen Jörg Schneider, einen Herren 50-Spieler, zieht sich dann aber selbst herunter und verliert den Folgesatz. Doch im Match-Tiebreak zeigt sich „der Neue“ von seiner besten Seite. Schlägt sensationelle Bälle und siegt klar. Nach dem Match ist er voll  des Lobes für seinen Gegner: „Absoluter Respekt was Jörg abgeliefert hat!“. Er selbst war durch eine dreimonatige Verletzunsgpause gehandicapt. Nach seiner Sehnenscheidenentzündung war es sein erstes Spiel. Auf seine „Außenwirkung“ angesprochen, meint er augenzwinkernd: „Das  ist Taktik. Dadurch meinen meine Gegner dieses lustlosen Menschen locker abfertigen zu können…“

Michael Seemann kam die bedächtige Spielweise von Kim Bouchard sehr gelegen: „Ich habe mich gut bewegt, war locker in der Schulter und habe so wenig Fehler gemacht.“ Moritz Meyer-Bailey hatte eine besondere Unterstützung: Kurz vor seinem Spielbeginn flitze Hugo Tonn, achtjähriger Sohn von Mitspieler Arne Tonn, zu ihm auf die Bank. „Ich bin sein Mentaltrainer“, verkündete er stolz. Sein Zögling lief unter Hugos Regie zu großer Form auf, dominierte seinen Gegner Joachim Ahrendt. Trotzdem blieb er wachsam: „Wenn ich ein bißchen Druck rausnehme, kommt er sofort gut ins Spiel.“ Dennoch war sein Sieg ungefährdet und Hugo zog ein weltmännisches Fazit: „Mule war sehr gut, sein Gegner gut.“ Alexander Isenberg war direkt von der Skipiste in die Tennishalle gereist: „Ich hatte drei Wochen keinen Schläger in der Hand und habe mit meiner Familie den Skiurlaub mit alles seinen Facetten genossen“, meinte er vielsagend. Konzentriert  zog er sein Spiel auf und ließ Carsten Vollnberg keine Chance. Die Doppel, bei denen auf Wahlstedter Seite auch Gernot Schramm und Nick Hildebrandt zum Einsatz kamen, boten den Zuschauern noch einmal das volle Program über drei Sätze – mit dem besseren Ende für die Gastgeber. „Endlich Aufstieg!“, jubelte Alex und die erste Runde Kaltgetränke ließ nicht lange auf sich warten. Es wird nicht die letzte gewesen sein. Zum Glück konnte der Schreiber dieser Zeilen sich rechtzeitig abseilen….. Aber ich freue mich schon auf die Sommersaison mit Euch!

Das gemeinsame Essen mit den keineswegs frustrierten Gästen aus Prisdorf konnte Patrick allerdings nicht genießen. Er musste flugs nach Hamburg zum „Slipknot“-Konzert. Wer´s mal googeln möchte – auch sehr speziell 😉

TC RW Wahlstedt – TC Prisdorf 6:0

Patrick Funk – Jörg Schneider 6:4, 3:6, 10:4; Michael Seemann – Kim Bouchard 6:1, 6:1; Moritz Meyer-Bailey – Joachim Ahrendt 6:0, 6:2; Alexander Isenberg – Carsten Vollnberg 6:0, 6:2; Funk/ Seemann – Schneider/ Ahrendt 6:3, 1:6, 10:6; Gernot Schramm/ Nick Hildebrandt – Bouchard/ Vollnberg 3:6, 6:0, 10:4

Jörn Boller


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